Deine 12 Lieblingsprobleme

Deine 12 Lieblingsprobleme

Richard Feynman war Physiker und Nobelpreisträger. Er hat es wie kaum ein anderer verstanden, die sperrige Quantenphysik seinen Studenten und auch Laien verständlich zu machen. Von ihm stammt die faszinierende Idee der Lieblingsprobleme:

You have to keep a dozen of your favorite problems constantly present in your mind, although by and large they will lay in a dormant state. Every time you hear a new trick or a new result, test it against each of your twelve problems to see whether it helps. Every once in a while there will be a hit, and people will say, ‘How did he do it? He must be a genius!”

~ Richard Feynman

Übersetzung: Du musst ein Dutzend deiner liebsten Probleme ständig im Kopf behalten, obwohl sie im Großen und Ganzen in einem Ruhezustand liegen werden. Jedes Mal, wenn du einen neuen Trick oder ein neues Ergebnis hörst, testest du es anhand jedes deiner zwölf Probleme, um festzustellen, ob es hilft. Hin und wieder wird es einen Treffer geben, und die Leute werden sagen: „Wie hat er das gemacht? Er muss ein Genie sein!“

Lieblingsprobleme?

Hat er noch alle Tassen im Schrank? Als ob ich nicht so schon genug Probleme an der Backe hätte!?

Doch genau darum geht es: Ich kann mein Gesicht mal ein kleines bisschen aus dem Mischmasch meiner alltäglichen Probleme heraus heben und einen zaghaften Blick über den Tellerrand werfen.

Ich kann beginnen, die Probleme zu betrachten, die mir wirklich das Herz brechen – oder es zumindest anrühren. Das ist der erste Schritt, um vielleicht später auch etwas tun zu können, denn nur wessen ich mir bewusst werde kann ich später auch verändern.

Ich kann beginnen, ein Netz auszuwerfen und Ideen einzufangen – Lösungen, an denen vielleicht schon andere Menschen arbeiten. Ich kann ein Reservoir an Wissen anlegen, in dem ich wertvolle Inspiration und Impulse sammle. Mit diesem wachsenden Schatz kann ich dann auch endlich kreativ werden: ich kann Verbindungen zwischen zwei Ideen herstellen – Verbindungen, die nur ich sehen kann, weil meine Interessen genau wie die Interessen eines jeden einzelnen Menschen auf der Welt einzigartig sind. Jeder Mensch hat eine individuelle Mischung an Themen, für die er sich interessiert. Diesen individuellen „Fingerabdruck“ gibt es kein zweites Mal.

Ich kann aus diesen Verbindungen eine neue Idee schöpfen – Kreativität pur – und ich kann beginnen, wirklich etwas zu verändern.

So funktioniert das Gehirn

Unser Gehirn ist großartig. Stelle ihm eine Frage und es wird alles daran setzen, darauf eine Antwort zu finden. Die Strategie der 12 Lieblingsprobleme ist also richtig, richtig gut.

Das Gehirn wird seine Antennen ausfahren und alles einfangen, was zu deinen Lieblingsfragen in Resonanz steht. Das ist der gleiche Effekt, wie zum Beispiel plötzlich nur noch schwangere Frauen oder Wohnmobile zu sehen, falls du diese beiden Themen gerade in deinem Geist bewegst… 🙃

Der erste Schritt ist, eine solche Liste von Lieblingsproblemen anzulegen.

Ich will mit dir die aktuelle Liste meiner Lieblingsprobleme teilen – *aktuell* deshalb, weil sich die Liste sicherlich im Lauf der Zeit verändern wird… das ist ja das Schöne: irgendwo anfangen. Nichts ist in Stein gemeißelt. Einfach zwei oder drei Ideen aufschreiben. Mehr kommt automatisch dazu, das Gehirn kann gar nicht anders – es will Lösungen beisteuern, es will solche Listen vervollständigen.

Ich habe mir diese Themen vorgegeben:

1. Was sind die Zutaten für ein geiles Leben?
2. Was sind meine eigenen Träume? Und wie kann ich sie von äußeren Manipulationsversuchen unterscheiden?
3. Wie bekomme ich Zugang zu meinem innersten Selbst? Und wenn ich dann den Zugang habe – wie kann ich mich von diesem Kern leiten lassen und mein Leben einem Sinn geben? (Das ist kein Schreibfehler: Es ist ein Unterschied, ob man einen Sinn in seinem Leben sucht, oder ob man sich entscheidet, sein Leben einem Sinn zu widmen!)
4. Wie kann ich mein Leben selbst gestalten? Wieviel Kontrolle ist auf meiner Seite notwendig? Wie sieht das simpelste, einfachste System aus, mit dem ich mein Leben managen kann? Wie kann ich aus vollem Herzen lebendig sein, ohne alles mit dem Kopf steuern zu müssen?
5. Wie kann ich mir selbst besser aus dem Weg gehen? Wie kann ich meinem Körper und der Natur und dem Leben mehr vertrauen und sie einfach ihren Job machen lassen, ohne mich ständig einmischen zu müssen?
6. Wie kann ich Erkenntnisse verinnerlichen? Wie kann ich Gelerntes gleichzeitig präsent halten, so dass es mir im Alltag dient? Wie können diese Einsichten mir in meiner Entwicklung dienlich sein? Wie finde ich letztlich das alles wieder, was ich mir erarbeite?
7. Wie kann ich mich kreativ ausdrücken? Was ist mein Medium, mein Stil? Wie sieht mein kreativer Workflow aus?
8. Wie können mir Impulse von außen helfen? Wie können sie z.B. meine Richtung korrigieren oder konkrete Handlungen anstiften? Was können Zeichen wirklich nützen? Kann ich aus ihnen Kraft schöpfen?
9. Wie kann ich meine Fähigkeiten weitergeben? Wie kann ich Neurographik oder Notion so unterrichten, dass es leicht verständlich ist? Wie kann ich die Menschen dafür begeistern?
10. Wie kann ich helfen, dass die Menschen ihre Kreativität wiederentdecken? Wie kann ich den Schaden mildern, den der Kunstunterricht bei vielen Menschen hinterlassen hat? Wie kann ich anderen Menschen zeigen, dass Kreativität das Leben verbessern kann?
11. Wie kann ich eine Wertschätzung gegenüber allem Leben fördern? Wie kann ich die Biodiversität, den Artenreichtum fördern? Wie kann ich helfen, wilde Tiere und Pflanzen zu schützen? Wie kann diese Wertschätzung auch auf die Menschen verschiedener Hautfarben ausgedehnt werden? Wie kann ich zeigen, dass jedes Leben unendlich wertvoll ist?
12. Wie kann ich die Erde wieder grün machen? Was kann ich tun, um den Wert eines Baumes in den Herzen der Menschen zu verankern? Wie kann ich eine Million Bäume pflanzen? Wie kann ich verhindern, dass Bäume einfach so grund- und gedankenlos gefällt werden?
13. Wie kann ich mehr Schönheit in die Welt bringen? Ja, das ist ein Lieblingsproblem mehr als angekündigt – mein Bonusproblem mag ich besonders. Die Neurographik gründet einen großen Teil ihrer transformativen Effekte auf dem Prinzip der Ästhetik und Schönheit – das wird Stoff für weitere Blogartikel sein.

Zurück zu den Lieblingsproblemen. Welche Themen willst du dir vorgeben? Was soll dein Leben leiten? Worauf willst du dich konzentrieren?

  • Wie lauten deine 12 Lieblingsprobleme?
  • Aus welchen Fragen wirst du dein zukünftiges Selbst formen?
  • Welche Fragen werden dir helfen, deine Welt zu verbessern?

Leben Sie jetzt die Fragen.
Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antworten hinein.

~ Rainer Maria Rilke

 

Photo by Andreas Wagner on Unsplash

Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antworten hinein. Rainer Maria Rilke

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